22.- 25.9
2020

RT 04

Podiumsdiskussion:

Forschungsfinanzierung in Afrika: Förderorganisationen und VAD - Ein neuer Dialog ?

Moderation: Stefan Skupien, WZB

Forschungsförderung ist ein zentraler Bestandteil der Art und Weise wie Wissen generiert wird,auch in den Afrikawissenschaften. Deutsche öffentliche und private Förderorganisation engagieren sich seit einem Jahrzehnt verstärkt wissenschaftspolitisch in afrikanischen Staaten. Sie stellen Mittel für Stipendien, Mobilität, Doktorandenprogramme, zur Finanzierung von Infrastrukturen und zur Ausbildung von Hochschulmanagement an afrikanischen Universitäten bereit. Dabei besteht zum Kontinent im Süden Europas ein besonderes Verhältnis. Denn viele Forschende Afrikas sind noch immer auf ausländische Förderorganisationen angewiesen, um ihre  orschungsinfrastrukturen und -aktivitäten finanzieren zu können. Mit den Ausnahmen
Ägyptens und Südafrikas aber auch Tunesiens liegt der Anteil der Investitionen in Forschung und Entwicklung unter 0,5% des oft ohnehin niedrigen Bruttosozialprodukts. Das ist angesichts des globalen Fokus auf Wissensökonomien und die zentrale Rolle von autonomer Forschung und Entwicklung für die Umsetzung der UN Nachhaltigkeitsziele frappierend.

Die Afrikawissenschaften in Deutschland behandeln diesen Aspekt der  Forschungsfinanzierung und damit verbundener Praktiken der Wissensgenerierung bisher eher randständig, obwohl die meisten als Antragstellende, Beratende umfassende Erfahrungen mit den Förderbedingungen in Deutschland und mit den Bedingungen von Lehre und Forschung in afrikanischen Staaten haben. Dagegen haben die Forschenden in diesem Gebiet eine Bandbreite an Expertisen hervorgebracht, die sowohl die deutsche (und europäische) Afrikapolitik und globale Gesundheitspolitik im Besonderen oder aber auch entwicklungs-soziologische Analysen im Allgemeinen umfassen.

Die zentrale Frage der Podiumsdiskussion ist deshalb, wie sich die Expertise der
Förderorganisationen und die Expertise der Afrikawissenschaften in einen Dialog gebracht werden und sich gegenseitig bereichern können. Der offene Austausch zwischen den Praxisbereichen der wissenschafts- und hochschulbildungsorientierten Afrikapolitik und -forschung kann potenziell zur Vermeidung von Fallstricken in der Förderpraxis (Stichwort (neue) Ungleichheiten ) und zu neuen vergleichenden empirischen Studien und theoretischen Anregungen in der Forschungspraxis führen (Stichwort Dekolonialisierung von Wissen ) führen.

Die Diskussion soll zu einer ersten systematischen Übersicht beitragen, was gebraucht und was
bereits gekonnt wird.

Geplante Gäste:

Förderorganisationen:

GEZ (PAUWES Programm)

BMBF (Afrikareferat) (Bonn/Berlin)

DAAD (Bonn)

DFG (Bonn)

Volkswagenstiftung (ehemaliges Subsahara-Afrika-Programm) (Hannover)

Alexander-von-Humboldt-Stiftung/Georg Forster-Forschungsstipendium (Bonn/Berlin)

VAD: Susann Baller, Robert Kappler, Richard Rottenburg (werden angefragt)